Absprachen unter Bewerbern für die Landesliste?!

Eigentlich wollte ich schon geraume Zeit im Bett liegen, spät genug ist es ja. Aber nach einem kurzen Blick in mein Email-Postfach vor ein paar Minuten, hat der Abend wohl erst richtig angefangen.

Ich möchte hier, in Absprache mit dem Vorsitzenden des Landesvorstandes BaWü, eine Mail veröffentlichen, die ich bezüglich meiner Kandidatur bekommen habe. Mit der dazugehörigen Antwort meinerseits. Sämtliche Namen die in der Mail standen, sowie die Absenderadresse, sind entfernt.

Ahoi Lisa,

Du bist wie ich ein Kandidat auf einen Listenplatz zur Bundestagswahl. Neben uns bewerben sich noch ca. 90 weitere Bewerber. Immer vorausgesetzt die eigenen Bewerbung ist erfolgreich stellt sich also für jeden von uns die Frage wen er neben seiner eigenen Person auf den aussichtsreichsten Listenplätzen sehen will. Denn der Erfolg der Arbeit im Parlament hängt nicht von einer einzelnen Person ab, sondern vom Teamspiel der Fraktion. Sich unter diesem Meer an Bewerbern aber die richtigen Personen zu selektieren, welche dazu beitragen könnten das eigene Mandat am Ende erfolgreich werden zu lassen, ist alles andere als leicht und eine Herkulesaufgabe. Ich möchte das aber nicht dem Zufall überlassen und habe mich nun durch sämtliche Fragen des Kandidatengrillens durchgearbeitet und es gelang mir am Ende eine Liste mit meinen Favoriten zu erstellen.

Und du bist Teil dieser Liste! Ich biete dir daher meine Unterstützung bei den Abstimmungen um die attraktiveren Listenplätze an. Ich möchte dich im Gegenzug nur bitten auch meiner Kandidatenvorstellung (LINK ZUR WIKISEITE) deine Aufmerksamkeit zu widmen und falls du danach der Ansicht bist mir ein ähnliches Angebot zu machen dich in meine Unterstützerliste einzutragen. Sollte es dir nicht möglich sein mich im Gegenzug zu unterstützen so ziehe ich mein Angebot an dich nicht grundsätzlich zurück, bitte dich dann aber mir in einer PM deine Gründe bzw. Einwände offen mitzuteilen. Nur falls ich gar keine Rückmeldung von deiner Person erhalten sollte kann ich mein Angebot nicht aufrecht erhalten.

Um dir auf transparente Weise zu versichern dass ich eine Nachricht mit diesem oder einem ähnlichen Inhalt nicht als Massenmail an jeden beliebigen Mitbewerber sende (sondern wirklich nur an eine Auswahl nach inhaltlichen Kriterien) informiere ich dich dass ich diese Mail nur an die folgenden, weiteren Bewerber gesandt habe: HIER STEHEN IM ORIGINAL 19 ANDERE PIRATEN. An sämtliche weiteren Bewerber kommt, aus verschiedenen Gründen, ein ähnliches Angebot von meiner Seite aus, nicht in Frage.

Ich wünsche dir für deine Kandidatur viel Glück

NAME

Dazu habe ich entsprechend folgende Antwort geschrieben:

Ahoi NAME,

ich habe absolut keinerlei Interessen an derartigen Absprachen und verzichte daher gerne auf die Stimme. Wir Piraten stehen für Transparenz und Chancengleichheit, Absprachen bzgl Wahlen gehören da absolut nicht dazu, allein aus diesem Grund werde ich deine Kandidatur nicht unterstützen.

Viel Glück für deine Kandidatur! =)

Liebe Grüße
Lisa

Damit ist das Thema für mich abgeschlossen und dem Landesvorstand ist der Absender der Email bekannt.

Wie kommen Piraten nur auf solche Ideen…?


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4 Kommentare zu “Absprachen unter Bewerbern für die Landesliste?!

  1. Nun ja, es sind halt grundsätzlich auch keine anderen Personen bei den Piraten als bei anderen Parteien. Am Ende schaut eben jeder auf seinen Vorteil.
    Immerhin sorgst Du hier für Transparenz. Sehr gut.
    Es ist aber wohl nur die Spitze des Eisberges?!?

    Jedenfalls weiter so.

  2. Ich hoffe, dass das nicht die Spitze des Eisbergs ist, bin aber positiv genug gestimmmt, weiterhin von Einzelfällen auszugehen :).

    Der Absender der Mail hat sich mittlerweile – öffentlich – entschuldigt und ist von seiner Kandidatur zurückgetreten, was ich persönlich sehr stark finde. Ich glaube ihm auch, dass er sich seines Fehlers beim Schreiben der Mail nicht wirklich bewusst war. Was im Nachhinein zwar keine Rechtfertigung darstellt, aber durchaus mal passieren kann wenn man nicht lange genug über die Konsequenzen einer Handlung nachdenkt.

    Liebe Grüße
    Lisa

  3. Um die Karriereleiter höher und immer höher zu steigen ist das „Normalität“. Mich wundert das nicht! In den anderen Parteien gehen die Leute wohl eher auf sowas ein, weil es da sozusagen einen „Schweigekodex“ gibt und man sich schließlich nicht selber auf der Karriereleiter im Weg stehen will.
    Für mich heißt Pirat sein u.a. solche Strukturen offenzulegen. Das gilt für negative wie positve Erscheinungen. Wenn es die Piraten nicht gäbe dann kommt sowas nur zufällig raus, das kann man auch für einen Angriff auf den politischen Gegner nutzen, indem man sagt bei uns kommt sowas raus wie ist das bei euch? Und nicht etwa das der Gegner es ausnutzt, indem er sagt „Guckt euch den Piratensauhaufen an, sowas gibts bei uns nicht“ Nein natürlich gibt es das bei den anderen auch, mit Sicherheit noch viel stärker, aber es kommt kaum was raus, man muss diese riesige Heuchelei aufdecken und sie als Spitze gegen den politischen Gegner richten.
    Das ein gewisser Prozentsatz der Kandidaten darauf anspringt sagt doch schon die Wahrscheinlichkeitsrechnung.

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