Gastartikel im „BUFO“ der KLJB

Im November erreichte mich eine Email des Vorsitzenden der katholischen Landjugendbewegung, der mich fragen wollte, ob ich mir vorstellen könnte einen Gastartikel für deren Magazin zu schreiben. Im Artikel sollte es um die Motivation meiner Bundestagskandidatur gehen und auch darum, was mir politisch wichtig ist. Nach ein paar Emails – in denen ich unter anderem nochmal explizit drauf hingewiesen habe, dass ich mich persönlich für eine strikte Trennung von Kirche und Staat einsetze und ob das ein Problem ist (was verneint wurde) – stand fest, dass ich den Artikel schreiben würde. Und jetzt wurde er abgedruckt.

Hier in Textform, was abgedruckt wurde (und bevor Rückfragen kommen, das Gendern kam nicht von mir^^):

„Mein Name ist Lisa. Ich bin 26 Jahre alt, Mutter, Auszubildende, nicht immer so organisiert, wie ich gerne wäre, Direkt- und Listenkandidatin zur Bundestagswahl und außerdem Pirat.“ Die junge Politikerin nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn sie ihre Forderungen nennt. Sie berichtet vom Scheitern und vom unbeschreiblichen Gefühl, „wenn man wieder was Kleines erreicht hat.“

„Pirat bin ich, weil ich manchmal zufrieden bin mit der Politik, die andere für mich machen, meistens aber nicht. Ich möchte selber was verändern, ich möchte einen Einfluss haben auf die Politik in unserem Land. Ich möchte, dass alltägliche Menschen mit alltäglichen Problemen berücksichtigt werden, wenn Entscheidungen getroffen werden, die sie betreffen. Mir ist es auch wichtig, dass Generationen, die nach mir kommen, andere Umstände vorfinden. Ich möchte, dass sie von meiner Generation lernen, dass wir sorgsam mit dem umgehen müssen, was wir haben.

Ich habe mich, nachdem ich lange mit mir selber gehadert habe, dazu entschlossen, für den Bundestag zu kandidieren, da es Menschen wie mich selten in der „großen“ Politik gibt: Mein Lebenslauf ist nicht geradlinig und als junge alleinerziehende Mutter weiß ich aus eigener Erfahrung, wo die Schwierigkeiten für junge Menschen, Familien und Alleinerziehende liegen. Die meisten „BerufspolitikerInnen“ können das nicht nachvollziehen, weil sie diese Erfahrungen nie gemacht haben. Ich will eine Alternative zu denen bieten, die als Jugendliche und junge Erwachsene das Glück hatten, keine großen familiären oder schulischen Probleme auf dem Weg mitzunehmen.
Ich will im Bundestag dafür sorgen, dass die berücksichtigt werden, die vom „Schicksal“ nicht berücksichtigt wurden. Ich will freie Bildung für absolut jedeN, ich will einen Betreuungsplatz für jedes Kind, ich will, dass jeder von seinem Lebensunterhalt auch leben kann, nicht nur überleben, und dass damit jedeR Einzelne ein paar Sorgen weniger tragen muss. Ich will, dass die, denen es gut geht, denen helfen, denen es nicht so gut geht und noch viel mehr: Ich will, dass sie verstehen, dass sie das Richtige damit tun! Ich will mich dafür einsetzen, dass sich jedeR einzelne BürgerIn durch unsere Politik vertreten fühlt, nicht nur eine bestimmte Gruppe.

Politik ist für alle da und soll auch von allen mitgetragen werden. Also ist es wichtig, politisch aktiv zu werden, den Austausch zu Gleichgesinnten zu suchen, aber auch zu Menschen, die den eigenen Standpunkt kritisieren. Es ist wichtig, dazuzulernen und die Welt zu verändern! Und ja, es ist viel Arbeit, und ja, man rennt auch mal gegen Wände und zweifelt, dass man was erreichen kann. Aber jedes Mal, wenn man wieder was Kleines erreicht hat, ist das ein unbeschreibliches Gefühl, das nichts anderem gleichkommt. Wouldn‘t trade it for the world 😉 „


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