Meine Geschlechtsorgane in der Presse

Immer wieder lese ich über mich in der Presse. Also wirklich ständig, mindestens ein bis zweimal in der Woche. Was mich daran wirklich ärgert ist, dass ich nie namentlich genannt werde. Immer bin ich „eine von zwei Frauen auf den ersten 10 Plätzen der baden-württembergischen Landesliste“. Nicht nur, dass ich nie namentlich genannt werde, nein, meine politischen Inhalte und wofür ich stehe und was mich politisch beschäftigt wird auch nie erwähnt. Es geht immer nur darum, dass ich eine von zwei Frauen auf der Liste bin.

Das wirklich witzige daran ist, dass in diesen Artikeln meistens Sexismus in der Piratenpartei das Thema ist. Meist geht es einfach nur darum, wie wenige Frauen wir angeblich haben und dass Frauen bei uns scheinbar keine Chance auf Listenplätze haben, wenn sie nicht gerade aus Berlin kommen.

Das ärgerliche daran ist, dass diese Artikel in sich eigentlich auch schon wieder sexistisch sind, liebe Presse. Warum interessiert euch mein Name nicht? Warum interessiert ihr euch nicht für meine politischen Überzeugungen? Warum wollt ihr immer nur wissen, was ich zwischen den Beinen habe? Findet ihr das in Ordnung? Ich nämlich nicht.

Statt euch über meine primären Geschlechtsorgane auszulassen solltet ihr vielleicht mal den Kontakt suchen. Fragen, ob ich über meinen Listenplatz glücklich bin. Warum ich nicht finde, dass mein Listenplatz in irgendeiner Form diskriminierend ist, sondern sogar überraschend gut. Fragt mich doch mal, welche Themen ich vertrete und welche Ziele ich verfolge.

Und hört auf euch darüber auszulassen ob ich Brüste habe oder nicht, das sollte niemanden interessieren.


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6 Kommentare zu “Meine Geschlechtsorgane in der Presse

  1. Das ist mir eine zeit lang – als die Medien sich dafür nur ganz am Rande interessierten – sehr krass bei den Grünen aufgefallen. Nach jeder mehr oder weniger beachtenswerten Personenwahl der Piraten, bis runter zu KV Wahlen, war das erste, was passierte: Ein Grüner (Maskulinum absichtlich benutzt, habe dabei nie eine Frau gesehen) kam an und hat beim frisch gewählten Gremium die Pimmel gezählt. Pardon my french.

  2. Wenn Du für den BUNDESTAG kandidierst, also MdB werden willst, ein 70-80-Stundenjob übrigens, dann mußt Du die Presse kontinuierlich mit Infos fütteren wer Du bist, was ist Dein Programm, was willst Du in den 4 Jahren erreichen und wie, wo sind Deine inhaltlichen Schwerpunkte, wo sind deine politischen Schwerpunkte, wie stellst Du Dir die Zusammenarbeit in der Fraktion vor und so weiter und so fort.

    Sobald DU Inhalt und Themen nach vorne stellst, juckt nach einer gewissen Zeit überhaupt niemanden mehr ob Du ein Männlein oder Weiblein bist. Dann bist Du eine aktive Person, die man mit Inhalten und Zielen identifizieren wird, dann wirst Du an Kontur gewinnen, und dann wirst Du (und werdet ihr, und werden wir) auch gewählt. Allenfalls kann das „Frau sein“ eine Art erster Türöffner sein, denn bei den Piraten erwartet man ja eher Männer. Aber nach spätestens 5 Minuten kommt es dann auf den Inhalt an, wie überall im Leben.

    Ansonsten bleibt es farblos, na gut, eine Frau, aber wenns weiter nix ist? Dann gibt das 2% und man sieht sich in 4 Jahren wieder.

    Also, auf gehts, Du kannst nur gewinnen, in jeder Hinsicht!

    Hier im Blog zu lamentieren wie schlecht die Welt ist bringt null, nichts, nada. Die Welt und unsere Presse ist wie sie ist, deal with it!

  3. Ich füttere die Presse kontinuierlich mit Infos und inhaltlicher Arbeit, keine Sorge 😉 Es bringt zwar leider nichts, sonst wäre der obige Post überflüssig gewesen, aber mach dir keine Illusionen dass ich nicht dran bin^^

  4. Wenn das die Ideologie der Piraten wiederspiegelt…. Männer sind Pimmel… dann habt ihr jetzt einen Wähler verloren! Wegen Dir…. Du Flaume!!!!

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