Alkohol in der Schwangerschaft – und ein Ausflug zum Inzest-Thema

Heute bin ich bei Spiegel Online auf einen Artikel über eine Studie gestoßen. Es ging um Verwandtenehe und daraus entstandene Kinder. Ein ungemütliches Thema.

Ich will die Studie in der Hinsicht nicht weiter kommentieren, das ist meines Erachtens nach eine moralische Sache und sollte keine rechtliche sein. Nur so viel:

  • Auch Verwandte die einvernehmlich miteinander schlafen können verhüten.
  • Auch Frauen ab 34 Jahren haben ein ähnlich hohes Risiko ein behindertes Kind zu bekommen wie Verwandte

Claus Bartrag, ein Genetiker aus Heidelberg kommentiert das folgendermaßen:

Es gibt Hunderte von Erbkrankheiten in der Bevölkerung, die ein ebenso hohes Risiko für die Kinder bedeuten. Niemand würde auf die Idee kommen, solchen Leuten zu verbieten, dass sie sich fortpflanzen.“ Vielmehr werde es den Betroffenen überlassen, selbst zu entscheiden.

Gut, am Thema vorbei, ich will hier eigentlich auf was anderes eingehen, was mir noch wichtiger ist. Der Punkt an dem ich wirklich skeptisch wurde, war der hier:

Im Gegensatz zu früheren Studien fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen rauchenden Müttern, Alkoholmissbrauch oder Übergewicht und Fehlbildungen der Kinder.

Bitte? Keinen Zusammenhang bei Alkholkonsum? Blind nachgeprüft oder wie? Die Erklärung folgt dann auch sofort, wenn man sich die Studie genauer anschaut:

Für die Untersuchung wurden Frauen beobachtet, die während der Schwangerschaft bis zu sieben Gläser Alkohol pro Woche tranken. Ergebnis: Ihre Kinder konnten im Alter von zehn Jahren genauso gut auf einem Bein stehen und über Schwebebalken balancieren wie andere Kinder. Nach Angaben der Studienmacher ist das Balanciervermögen ein guter Indikator für die neurologische Entwicklung.

Was? „Es hat die Kindern nicht geschadet, sie können immerhin balancieren“? Bin ich die Einzige, die davon nicht überzeugt wird? Was sagen andere dazu? Das:

Laut „Stiftung für das behinderte Kind“ kann durch Alkohol jedes Körperteil und jedes Organ des Kindes in Mitleidenschaft gezogen werden, da Alkohol die Zellteilung beeinflusst. Daher warnt die Stiftung: „Die Menge getrunkenen Alkohols entscheidet, in welchem Umfang eine Schädigung eintritt. Sicher ist, dass jeder Schluck Alkohol bis zum Kinde gelangt und folgenreiche Schäden verursachen kann. (Urbia)

Und:

Dieses „Fetale Alkoholsyndrom“ (FES) sei die häufigste Behinderung bei Neugeborenen. Es trete doppelt so häufig auf wie das Down-Syndrom, so die Drogenbeauftragte. (Spiegel)

Und:

„Jede beliebige Menge kann dem Ungeborenen schaden“, warnt Wissenschaftler Feldmann von der Universitätsklinik Münster vor einem nicht kalkulierbaren Risiko. „Man weiß nicht, wen es trifft.“ Aufklärung tut aus seiner Sicht daher dringend not. (Braunschweiger Zeitung)

Liebe werdende Mütter: Es sind 40 Wochen. Ich bitte euch inständig, in dieser wirklich kurzen Zeit auf Alkohol zu verzichten. Alkohol ist ein Nervengift, ihr braucht das nicht, für gar nichts! Es macht keinen Unterschied, ob ihr an Silvester mit Sekt oder Orangensaft anstoßt und wenn die anderen Alkohol trinken, dann lasst sie! Tut euch und eurem Kind was Gutes, verzichtet für diese kurze Zeit um damit die Gefahr eurem Kind zu schaden zu senken. Und wenn wir irgendwann feststellen, dass Alkohol eurem Ungeborenen wirklich nicht schadet – wovon ich nicht ausgehe – dann war es doch trotzdem kein großes Opfer über das ihr euch ärgern werdet, oder?

Flattr this

Advertisements

7 Kommentare zu “Alkohol in der Schwangerschaft – und ein Ausflug zum Inzest-Thema

  1. Mich interessiert ja ernsthaft, wer die Studie finanziert hat. Wirkt ein bisschen wie Lobbyauftrag. Das ist wie mit Zigaretten. Es gibt da Studien, die belegen wollen dass Rauchen genauso schädlich sei wie der Verzicht darauf. Finanziert von der Tabak-Industrie.

  2. Pingback: Wahlinfo – Alkohol in der Schwangerschaft – und ein Ausflug zum Inzest-Thema

  3. Inzest produziert Menschen mit Behinderung!
    Pädophile missbrauchen Kinder!
    Lesen gefährdet die Dummheit!

    Welche aussage stimmt? :o)

    • Was auch immer das mit diesem Beitrag zu tun hat… 😉

      Ich stelle meinen Listenplatz zur Verfügung, wenn die Leute, die mich gewählt haben das wünschen, weil sie mich unter anderen Voraussetzungen gewählt haben. Das ist bisher nicht der Fall gewesen.

  4. Also zu der Sache mit der Inzest möchte ich mich nicht äußern. Hierzu habe ich eine gänzlich andere Meinung als die Autorin des Artikels. Was die Nummer mit dieser „Studie“ angeht… da fragt man sich ja echt, wer alles Studien herausgeben darf. Wissen die eigentlich, welchen ethischen Bärendienst sie potenziellen Müttern damit erweisen? Denn sicherlich gibt es genügend „unentschlossene“ Frauen in Bezug auf die Thematik ALkohol und Schwangerschaft. Die möglichen und nachweisbaren Folgen für die Kinder sind EINDEUTIG! Siehe hierzu beispielsweise (Seite der Bundeszentrale für ges. Aufklärung): http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schwangerschaft-und-stillzeit/alkohol-in-der-schwangerschaft/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s