40 Tage – Menschenrechtsverletzungen und andere Kleinigkeiten

Eine kurze Übersicht:

6. Juni: Glenn Greenwald veröffentlicht den ersten Artikel über das Schnüffelprogramm „Prism“ im Guardian. Unsere Daten werden im großen Stil abgehört, mist. Gut ist, dass Deutschland damit nichts zu tun hat. Oder?

7. Juni: Obama behauptet, niemand habe die Absicht eine Mauer zu bauen. Ach ne, sorry, anders. Er sagt:“Niemand hört ihre Anrufe ab.“ Das ist beruhigend, wo kämen wir denn da hin…

9. Juni: Ein junger Mann, Edward Snowden, tritt ins Licht der Öffentlichkeit und Obama muss ein bisschen zurückrudern. Vielleicht wird ein bisschen was abgeschnüffelt, aber nicht viel.

19. Juni: Obama ist in Berlin. Er erklärt, die Schnüffelei sei wichtig um das Volk zu schützen, Merkel bietet ihm ein paar Allgemeinplätzchen an und sie trinken einen Kaffee dazu.

23. Juni: Snowden landet in Moskau und parkt ab jetzt im Transitbereich. Sein Pass wurde entwertet, weil er einer Straftat verdächtigt wird. Ja, genau, deshalb. Schuldig gesprochen wurde er nämlich bisher nicht. Wegen nichts.

02. Juli: Deutschland will Snowden kein Asyl geben, weil „die USA ein Rechtstaat“ sind. Leider hat Deutschland vergessen, wie rechtsstaatlich die USA wirklich sind. So ein Friedensnobelpreis heißt nämlich nicht, dass…lassen wir das.

03. Juli: Das Flugzeug von Präsident Morales wird auf Anweisung der USA schikaniert: Verschiedene europäische Länder verweigern den Überflug, in Wien muss not-gelandet werden, weil sich ein junger Mann namens Edward Snowden an Bord befinden könnte. Kein Witz.

06. Juli: Snowden bekommt Asylangebote von Nicaragua, Bolivien und Venezuela. welche er furchtbar gerne annehmen würde. Doof nur, dass er ja ohne Pass nicht so weit aus dem Transitbereich des russischen Flughafens rauskommt. Also gar nicht.

07. Juli: Oh Wunder, oh Wunder, der BND hat auch was mit der NSA zu tun. Wie gut, dass Deutschland…ach ne, moment. Wir hängen da drin? Aber das konnte ja keiner ahnen, wir haben doch Menschenrechte und Datenschutz und…

09. Juli: Snowden stellt einen Asylantrag in Venezuela. Ende gut, alles gut? Nein, er hat noch immer keinen Pass, er kommt nicht bis Venezuela.

12. Juli: Snowden trifft Menschenrechtler in Moskau und will dort um Asyl bitten, vorübergehend. Russland scheint einzulenken, die USA fordern die Herausgabe Snowdens.

14. Juli: Es wird bekannt, dass Snowden scheinbar noch mehr Informationen hat, die die USA in Probleme bringen könnten. Dabei konnte doch keiner ahnen, dass der Skandal noch größer ist als eh schon. Ach, verdammt, who am I kidding?

Ein mutiger junger Mann hat alles verloren, was er hatte. Alles. Familie, Zuhause, Sicherheit und ein angstfreies Leben. Das hat er nicht für sich getan, sondern für uns.

Hier werden Menschenrechte mit Füßen getreten, Staatsoberhäupter anderer Länder werden schikaniert. Die USA pfeifen, alle anderen stehen bei Fuß.

Und was macht ihr? Geht verdammt nochmal endlich auf die Straße. Für euch selber, für Ed Snowden, für Privatsphäre, Menschenrechte und alles was euch lieb ist. Niemand aus dem Volk hat die Absicht, eine Mauer zu akzeptieren!

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