Die AfD und mein Auto

Seit Wochen blockiert die AfD den von uns durch das Ordnungsamt bestätigten Standplatz. Seit Wochen haben wir Diskussionen deshalb, haben uns aber einfach immer brav daneben an einen anderen Standort gestellt.

Heute waren wir früher da. Ich habe mich also an unseren Platz gestellt und auf den Rest des Standes gewartet. Der Herr der AfD hat mich kurz darauf angesprochen, wir haben das geklärt, alles gut. Dann kam der Direktkandidat der AfD und das „Gefolge“, was sich kurz darauf lautstark über mich ausgelassen und lustig gemacht hat. Weil ich – festhalten – alleinerziehend bin. Und weil ich aktuell eine Ausbildung mache. Das ist also das Menschenbild der AfD? Right, von nichts anderem bin ich ausgegangen.

Mein Auto stand hinter unserem Pavillon. Dazu muss ich sagen, dass die AfD gestern im Uni-Parkhaus jedes(!) Auto mit ihren Flyern „verziert“ hat. Darauf hatte ich keine Lust und habe den Anti-AfD-Flyer der Jungpiraten von innen an die Heckscheibe geklebt und ihn seither auch dort gelassen. Es dauerte heute am Stand also nicht lange, bis sich immer mehr AfD-ler um mein Auto sammelten. Dann gingen sie, um kurz darauf in anderer Zusammenstellung wieder um mein Auto rumzustehen, es zu fotografieren, usw. Das ging etwa zwei Stunden so, bis unser Anwalt sie darauf hingewiesen hat, dass sie doch jetzt bitte endlich mal von meinem Auto wegbleiben sollen.

Kurz darauf stand die Polizei da, neben ihnen ein aufgewühlter AfD-ler. Haben die doch wirklich die Polizei gerufen wegen dem Flyer. Und was haben sie denen erzählt? Dass der Flyer verboten sei. Stimmt nicht, schade drum. Es gibt de facto eine einstweilige Verfügung vom Berliner Landgericht, welche den Jungpiraten bisher noch nicht zugegangen ist. Gerüchten zufolge besagt diese einstweilige Verfügung, dass die Jungpiraten(!) bis zu einer weiteren Klärung diesen Flyer nicht mehr verteilen(!) dürfen. Ich bin kein Jungpirat, ich habe den Flyer nicht verteilt, ich darf in mein Auto hängen was ich möchte, solange ich nicht gegen geltendes Recht verstoße.

Das hat die Polizei auch so gesehen und ist mit einem müden Lächeln nach Aufnahme aller Informationen wieder abgezogen.

Es geht übrigens um folgenden Flyer.

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9 Kommentare zu “Die AfD und mein Auto

  1. Früher gab´s was inne Fresse und Autos wurden mit Baseballschlägern bearbeitet – heute bebloggen sich autofahrende „Piraten/innen“, engagieren Anwälte, belästigen Polizisten und kabbeln sich mit Flyern und Aufklebern. Welch´armselige, domestizierte und vor allem sinnlose Streitkultur. Die Mächtigen lachen sich kaputt über den Kinderspielplatz „Demokratie“. Alles bleibt so, wie es ist. Weitermachen!

  2. Schild aufhängen „Widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt“ wenn dann die AFD wieder ihre Karre dort abstellt, Abschleppunternehmen bestellen, Rechnung an AFD schicken, bei Nichtzahlung Klage, fettich is die Laube!

  3. Anwalt vor Ort, Polizei, einweilige Verfügung, Streit, Klage…alles Sachen, die ich von Piraten gar nicht lesen möchte. Auch wenn man manchmal in solche Sachen ungewollt hineingezogen wird.

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