Was das Jobcenter bewegt

Liebe Agentur für Unsinn Arbeit: Ihr habt einmal mehr den Vogel abgeschossen.

Am Freitag nachmittag – wie immer, so Post kommt immer Freitags! – habe ich einen Brief erhalten von euch. In dem Brief steht, dass ihr mich zum einem Termin „einladet“, um „leistungsrechtliche Angelegenheiten zu besprechen“. Keine Details, keine Rechtsbelehrung, nichts weiter. Ich musste also bis zum heutigen Montag warten, um zu erfahren, was ihr von mir wollt.

Heute morgen habe ich gleich um acht bei euch angerufen und nach 5 Minuten in der Warteschleife mit einer Dame gesprochen, die etwas verwirrt war: Der Termin sei an einem Mittwoch, da habe das Jobcenter eigentlich gar nicht geöffnet, daher auch keine Termine eingetragen, der Termin müsse im persönlichen Kalender der Frau R. stehen. Frau R. sei leider die ganze Woche nicht im Haus und Informationen zum Termin könne sie keine finden. Ich habe ihr daraufhin erklärt, dass diese Situation nicht zufriedenstellend und schlicht inakzeptabel ist. Sie holte sich also erstmal die Akte, um von dort Informationen zu bekommen.

Stille am anderen Ende der Leitung, mehrere Minuten…aber ich habe ja Geduld. Irgendwann die Information: Sie glaubt, es handele sich um einen Termin um meine „Wohnsituation“ zu besprechen. Auf meine Frage, was an dieser so interessant sei, erklärte sie mir, dass mehrfach Mitarbeiter der Agentur versucht hätten, mich anzutreffen, jedoch ohne Erfolg. Mir sei ja schließlich bekannt, dass ich für das Jobcenter dauerhaft unter meiner Adresse erreichbar sein müsse, daher müsse man darüber sprechen.

Ich finde, ich habe Respekt dafür verdient, dass ich an der Stelle nicht sofort laut losgelacht habe. Ich habe ihr – mit einem Schmunzeln, aber höflich – erklärt, dass ich berufstätig bin. Ich arbeite an vier Tagen in der Woche in meinem Ausbildungsbetrieb und an einem Tag bin ich in der Berufsschule. Ich habe ein kleines Kind, dass quasi täglich nach dem Kindergarten irgendwas hat: Arzttermin, Zahnarzttermin, Friseur, Freundinnen besuchen, Drachensteigen mit mir, usw. Wir sind nur in sehr seltenen Fällen vor 18 Uhr zuhause erreichbar. Aber postalisch hat das Jobcenter uns bisher immer SOFORT erreicht. Woher also die lächerliche Einladung zur „Klärung einer leistungsrechtlichen Angelegenheit“ kommt, ist mir völlig unklar. Ob euch bekannt ist, dass ihr dafür bezahlt werden, sinnvoll zu arbeiten und nicht solche Unfug zu beackern und Menschen die arbeiten gehen zu schikanieren? Ich glaube es ja fast nicht.

Ist es ironisch, einen offenen Brief an das Arbeitsamt mit „Bildungspolitik“ zu taggen?

edit: Ich muss mich entschuldigen, manche Mitarbeiter des Jobcenters sind noch doofer als ich dachte. Ich habe gerade eben nochmal die Agentur für Unsinn Arbeit angerufen, weil mich die Erklärung doch noch nicht zufrieden gestellt hat, woraufhin ich das Vergnügen hatte, eine Teamleiterin zu sprechen. Diese hat mir erklärt, dass sie per Hausbesuch überprüfen wollten, ob mein Mitbewohner und ich tatsächlich noch immer als WG und nicht als Paar zusammen wohnen, leider sei ich ja daheim nicht anzutreffen. Klingt soweit logisch? Nein, gar nicht. Der Gutste ist Ende April 2012 ausgezogen, die Arge hat eine Kopie der Kündigung des Mietverhältnisses und berücksichtigt das auch in allen Wohngeldzahlungen…

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2 Kommentare zu “Was das Jobcenter bewegt

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