Persönlicher Rant

Wie eigentlich allgemein bekannt ist, bin ich im letzten Ausbildungsjahr. Meine Prüfungen finden im Mai und Juli statt, am 10. Juli bin ich dann planmäßig fertig. Meine Tochter hat seit über 2 Jahren einen Platz in einer Ganztageskita, was mir meine Ausbildung überhaupt erst ermöglicht hat. Soweit, so gut.

Jetzt sind wir umgezogen. Wir haben eine ganze Weile nach einer Wohnung im Stadtgebiet Ulm gesucht und wurden letztlich in Blaustein fündig. Unser Teil von Blaustein ist 2km von Ulm entfernt. Am dichtesten Punkt liegen jedoch zwischen Blaustein und Ulm nur 50 Meter. Es ist also wirklich Teil der Stadt, so gesehen. Leider ist Blaustein politisch nicht Teil der Stadt Ulm. Wir haben also in der Kita unsere neue Festnetznummer durchgegeben, damit sie möglichst viele Möglichkeiten haben, mich im Notfall zu erreichen. Jetzt hat diese Festnetznummer aber eine Blausteiner Vorwahl, was der Leiterin direkt aufgefallen ist. Sie hat mir also dann erklärt, dass ich ja dann gar keinen Anspruch mehr auf einen Kitaplatz in Ulm habe und es durchaus sein kann, dass mein Kind – das in einem Jahr ohnehin zur Schule gehen wird – ab den Sommerferien nicht mehr in Ulm zur Kita darf. Sie hat sich uns zuliebe nochmal erkundigt welche Möglichkeiten wir haben und es hat sich leider bestätigt, dass es keinen Weg drumrum geben wird. Damit habe ich zugegeben nicht gerechnet, ehrlich gesagt kam mir der Gedanke es könnte Probleme mit dem Kitaplatz geben nicht ein einziges Mal.

Daraufhin habe ich angefangen zu telefonieren und hatte etliche Termine. In Ulm ist das Familienbüro für die Vergabe der Kitaplätze zuständig. Der Termin mit der zuständigen Dame war dann der erste Schreck: Der Kitaplatz wird zum 01.05. neu vergeben, wir haben also ab Anfang nächsten Monats keinen Platz mehr. Trotzdem, dass ich mitten in meinen Prüfungen bin. Ihr tut es leid – und das glaube ich ihr auch – aber ihr sind die Hände gebunden, sie hat selber etliche dringende Fälle die einen Platz brauchen. Gut, wir haben also eine definitive Aussage.

Mit dieser Aussage habe ich bei der Gemeinde Blaustein angerufen. Die sind für eine Platzvergabe oder -verwaltung nicht zuständig, das machen die Kindergärten hier selber. Also habe ich alle abtelefoniert. Muss ja alles schnell gehen, immerhin machen auch viele Kitas über Ostern eine Woche zu. Und Blaustein hat ja auch nur zwei Ganztageskindergärten…

Kita1 hat zwei Leiterinnen, die gemeinsam über die Platzvergabe entscheiden. Beide sind krank. Die Eine seit dieser Woche, die Andere seit ein paar Wochen. Aus „wir geben Ihnen am 11.04. Bescheid“ wurde ein „…wenn die Leiterinnen beide(!) wieder da sind und das besprochen haben“. Wann das ist weiß keiner. Vielleicht nächste Woche. Vielleicht aber auch erst in ein paar Wochen.

Kita2 hat mir vor einer Woche einen umgehenden Rückruf zugesagt. Heute habe ich noch einmal dort angerufen, wieder wurde mir das Selbe versprochen.

Kita3 kann mir einen Platz anbieten. Juhu! Ich könnte mein Kind dort von 08.15 – 13.30 Uhr hinbringen. Doch kein Juhu, das reicht mir nicht annähernd zeitlich. Wem reicht das überhaupt?

Kita 4 hat mir einen Rückruf versprochen, bisher keine Meldung.

Kita 5 muss nachrechnen, wann ihr nächstes Kind 3 wird, da sie ab dann wieder ein Kind mehr aufnehmen dürfen. Ich soll Freitag nochmal anrufen, sie kümmert sich drum. Die beste Aussage bis hierhin!

Gut, ich mache den Kitas in Blaustein da jetzt auch keine Vorwürfe, ich stehe wirklich SEHR kurzfristig da und rufe um Hilfe. Da können die nichts dafür, auch wenn ich schon erwarte, dass Rückrufversprechen gehalten werden! Die eigentliche Schuld trifft hier zum Einen die Stadt Ulm, die mir den Platz so kurzfristig wegnimmt, obwohl sie wissen in welche Situation sie mich damit bringen und dass sie damit 3 Jahre Ausbildung gefährden, die eh fast zu Ende sind. Die „Restschuld“ trifft „das System“. Wie kann man, gerade im städtischen Umfeld wo der Übergang einzelner Gemeinden ineinander so fließend ist, sich weigern zusammen zu arbeiten? Wie kann man im pädagogischen Bereich, wo es angeblich um unsere Kinder geht, Geld zur Priorität machen?

Ich habe vor unserem Umzug lange mit meiner Tochter geredet, sie hat sich gefreut, vor allem auf das neue Zimmer, in dem sie nun so viel mehr Platz hat und sich die Wandfarben selbst aussuchen durfte. Ich habe alles getan, damit sie sich hier wohlfühlt und das hat sie. Und heute hat sie zu mir gesagt, dass sie lieber wieder in die alte Wohnung will, weil sie es gemein findet, dass wir hier keinen Kindergartenplatz bekommen und dass sie von ihren Freunden weg muss. Ich könnte heulen.

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