Keine Parteipolitik mehr für mich

Nach langer Überlegungszeit habe ich entschieden, der Parteipolitik den Rücken zuzukehren und bin gerade eben bei den Linken ausgetreten. Dafür gibt es einige Gründe, sowohl politisch als auch persönlich, auf die ich versuchen will näher einzugehen.

Der linke Kreisverband in Ulm hat nach aussen den Ruf ein völlig zerstrittener Haufen zu sein, das wusste ich von Anfang an. Ich hatte aber auch Hoffnung, dass man politisch zusammen was erreichen kann. Ich meine, keiner in dem Laden muss den anderen heiraten oder gern haben, es geht rein darum gemeinsam an etwas zu arbeiten. Da habe ich falsch gedacht. Mit einer Person – die offensichtlich für den Kreisvorstand aus persönlichen Gründen ein rotes Tuch ist – habe ich in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet und mein Ziel war es, das auch weiterhin zu tun. Allein das hat wohl mit dafür gesorgt, dass ich im Kreisverband kindischerweise nicht vernünftig aufgenommen wurde. Meine Hilfsangebote wurden abgeschmettert („…wir machen das schon selber…“), meinen Anregungen mit Arroganz begegnet („…wir sind hier nicht bei den Piraten…“) und wenn ich normale Fragen gestellt habe wurde mir von Vorstandsmitgliedern Boshaftigkeit unterstellt und dass ich versuche, Mitglieder des Vorstandes „zu beschädigen“. Wozu auch immer ich das tun sollte. Im gleichen Atemzug hat wohl ein (Vorstands-)Mitglied aus Neu-Ulm meinen Twitter-Account verfolgt um beim Landesvorstand anzurufen und sich darüber zu beschweren dass ich mich erdreistet habe zu twittern dass etliche Tage nach der Vorstandswahl immer noch nicht öffentlich ist, wer gewählt wurde (ich werde mich jetzt nicht darüber auslassen dass das MEIN Twitteraccount ist auf dem ICH poste was ICH will…).

Nochmal und in aller Deutlichkeit: Ich will politisch arbeiten, nicht mir mit persönlichen Streitereien die Zeit um die Ohren schlagen, dazu ist sie mir zu kostbar! Was mich zu den persönlichen Gründen für meine Entscheidung bringt.

Politik heißt immer Zeit investieren, ohne geht es nicht. In der Vergangenheit habe ich das mal mehr und mal weniger gerne getan, aber ich habe es getan. Mein Kind war oft dabei und hatte großen Spaß daran das Aufmerksamkeits- und Süßigkeitenprogramm zu genießen. Aber irgendwann wird es dennoch zuviel. Im August wird unser zweites Kind auf die Welt kommen und spätestens dann wäre ohnehin erstmal Schluss gewesen. Mit zwei Kindern, Mann und Job wirds schwierig wenn man allem gerecht werden möchte.

Die Priorität setze ich hier klar bei meiner Familie und nirgendwo anders.

Natürlich stehe ich weiterhin hintern den Zielen der Linken auf Bundesebene und werde sie da auch wählen, keine Frage. Aber dafür muss ich kein Parteimitglied sein, dann kann ich das Geld für die Mitgliedschaft meiner Familie zukommen lassen und meine Nerven schonen. Denn das ist der Hauptgrund: Diese sinn- und hirnlosen Streiteren kosten mich Nerven, die ich nicht mehr bereit bin zu investieren.

Ich werde daher auch keiner anderen Partei beitrete (wüsste eh nicht welcher!), weder jetzt noch später.

So long, and thanks for all the fish!

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4 Kommentare zu “Keine Parteipolitik mehr für mich

  1. Dann, liebe Alyama gründe doch eine Zweigstelle der Stadtisten im Bereich Ulm/Neu-Ulm. Wir machen keine Parteipolitik, sondern sind nur eine Plattform für den Mikrokosmos einer Stadt, in der man lebt.
    Ändere ich mich und mein Umfeld, ändere ich die Welt.
    Hier gibt es Infos: http://die-stadtisten.de/
    Mit lieben Grüßen
    Antonio Lallo

  2. Hi Lisa, schade.
    Engagierte Menschen mit dem Herzen am richtigen Fleck brauchen wir in der Politik.
    Aber, es bringt ja auch nichts, wenn du psychisch kaputt gehst.
    Danke für Dein erliches Bemühen und viel Spaß mit Deiner Familie und dem Nachwuchs.
    Auch das werden wieder schlaflose Nächte… 😉

    Alles Gute
    NewMan

  3. Das ist ein großer Verlust für DIE LINKE Ulm/ADK. Habe mit Lisa Ó’Coileáin gerne politisch zusammen gearbeitet und schätze sie als diskussionsfreudige Frau voller Ideen, die gerne die Arbeit des KV unterstützt hätte, aber deren Engagement leider nicht gefragt war. Wieviele Mitglieder sollen hier noch austreten oder sich in die innere Emigration versbschieden?

  4. Ich wünsche dir alles Gute.

    Schade das du so schlechte Erfahrung mit Parteipolitik gemacht hast. Ich glaube wir brauchten mehr wie dich. Es geht nicht an, das nur ein ausgewählte über die BRD auf kommunal-,Landes-, Bundespoltik und sowie in Europa Politisch bestimmen.

    In den Regionsverband Hannover der Piraten könnten wir solche Leute wie dich brauchen. Ich hoffe das du nicht aufgibst.

    Bis dann
    Lg von Jürgen Hey

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