Nach der Demo

Die Demo ist verdaut, die Kälte wieder aus den Knochen. Und das Fazit? WAHN.SINN!

In Ulm waren laut Polizeischätzung ca 1000 Leute auf dem Münsterplatz und das trotz sibirischer Kälte. Es lief durchweg friedlich ab, als Ordner mussten wir nicht ein einziges Mal reagieren. Was kann man dazu noch sagen? Ausser vielleicht: Ulm ROCKT!

Der einzige hässliche Beigeschmack ist der Heise-Artikel zu den Demos (Hier). Ich weiß nicht, zu welchem Zeitpunkt unsere Politiker lernen müssen, dass über 120.000 Leute (Laut Stopp-Acta-Wiki) nicht aufgrund von „unzureichender Informationspolitik“ auf die Straße gehn?

Eindrücke von der Demo gibts übrigens im Piratenpad!


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Stop ACTA!

ACTA („Anti-Counterfeiting Trade Agreement“) ist ein internationales Handelsabkommen, dass Urheberrechte besser schützen soll und Produktpiraterie entgegenwirken. Klingt fast schon sinnvoll? Mag auf den ersten Blick sogar sein, aber in Wirklichkeit gehts hier nicht darum, Künstlern was Gutes zu tun, sondern lediglich der Contentmafia und die Art und Weise wie über das ganze verhandelt wurde lässt stark zu wünschen übrig.

Erstmal haben über 40 Länder diesen Vertrag ausgehandelt, quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Geheimen und das schon seit dem G8-Gipfel 2006. Deutschland hatte bisher zwar nicht unterschrieben, wollte das aber „so schnell wie möglich nachholen“. Das ganze wurde genau heute – einen Tag vor den angekündigten, bundesweiten Demonstrationen – erstmal ausgesetzt. Nicht nur Deutschland hat die Ratifizierung erstmal ausgesetzt, sondern auch Polen, Tschechien, Lettland und die Slovakei.

Mit ACTA sollen Patente aller Art geschützt werden, z.B. auf Medikamente. Was das angeht haben schon Viele Bedenken geäussert, da davon ausgegangen wird, dass ACTA den Handel mit Generika ordentlich erschwert. Für uns vielleicht kein Problem, aber in armen Ländern, die auf günstige Generika angewiesen sind, ist das ein absoluter Untergang.

Ausserdem sollen Internetanbieter haftbar gemacht werden für Urheberrechtsverstöße ihrer Kunden. Um das zu vermeiden müssten sie dann jeglichen Datenverkehrt überwachen und Kunden, die mehrfach auffällig werden den Internetanschluss zu sperren („Three-Strikes-Rule“). Zusätzlich soll dann auch noch „Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung“ bestraft werden.

Das ganze Ding ist ziemlich schwammig formuliert, daher nur schwer greifbar, inwieweit die ganzen Befürchtungen zu 100% realistisch sind. Aber für gewöhnlich ist es so, wenn die Möglichkeit erstmal geschaffen ist, dann wird sie auch genutzt.

Morgen finden Demos statt, sicherlich auch in eurer Nähe…informiert euch, geht morgen auf die Straßen und setzt ein Zeichen gegen ACTA! Jeder kann was tun, jeder Einzelne hält es in der Hand…morgen gibt es wenige Ausreden nicht zu demonstrieren, wenn euch eure Freiheit lieb ist!

Get as much information as possible and go out into the streets! Show them what it means to mess with us! Its in our hands! STOP ACTA!

EDIT:
Weil ich nochmal drauf angesprochen wurde: In Deutschland würde sich mit ACTA an und für sich nicht viel ändern (das steht so mehr oder weniger schon Jahre festgeschrieben), aber wenns erstmal in ACTA zementiert wird, dann haben wir wenig Aussichten daran nochmal zu rütteln, immerhin ist es dann eine „Länderübergreifende Gesetzgebung, an der Deutschland nicht rütteln kann“.


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