Mindestlohn*: Wie sie uns verarschen wollen

Jeden Tag höre ich in den Nachrichten, welche Parteien einen Mindestlohn* fordern. Ich sehe auf Plakaten, wer einen Mindestlohn* für alternativlos* hält.

Ich bin ja der Meinung, dass wir einen Mindestlohn* dringend brauchen. Es gibt keine Alternative mehr. Unternehmen hatten Jahre Zeit zu beweisen, dass es ihnen um Profit geht und nicht primär um das Wohl ihrer Mitarbeiter. Die logische Konsequenz ist ein flächendeckender, einheitlicher Mindestlohn*, politisch durchgesetzt. Es gibt sonst nur eine Alternative: Wir machen so weiter wie bisher, nehmen Menschen ihr Recht auf Teilhabe und fahren den Karren richtig in den Dreck. Für mich ist das keine Alternative!

Als wir Piraten auf unserem letzten Parteitag über einen konkreten Mindestlohn* diskutiert haben, habe ich mich geschämt. Etwas über 9 Euro pro Stunde standen zur Debatte. Das ist zuwenig, ohne weitere Diskussion. Heute lese ich dann, dass die SPD sich für einen Mindestlohn* von 8,50 Euro ausspricht. Verdammt, liebe SPD, das ist noch weniger! Da ihr das scheinbar nicht könnt, hab ich das mal für euch ausgerechnet: Bei einer Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche, sind das 340 Euro pro Woche, also im Monat (mit 4 Wochen gerechnet) 1360 Euro. BRUTTO! Wisst ihr was davon übrig bleibt? Als alleinerziehende Mutter mit Steuerklasse II und einem Kinderfreibetrag würden mir davon ca. 1041 Euro bleiben. Ich müsste also aufstockend Leistungen nach SGB II (Hartz4*) beantragen.

Was ist das für ein Mindestlohn*?! Wollt ihr uns verarschen? Und wie ernst kann man euch nehmen, nachdem ihr 2007 aufgrund des Fraktionszwanges* gegen EUREN EIGENEN Antrag gestimmt habt, als die Linken ihn eingebracht haben? Nachdem Gerhard Schröder (und etliche andere) in seiner Zeit als Bundeskanzler einen Mindestlohn* vehement abgelehnt hat?

Was sagen denn die Grünen zum Thema Mindestlohn*? Ich zitiere:

 Wir wollen Arbeit, die Menschen als gut empfinden und die fair* bezahlt ist.

und gleich danach:

Mit einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn* in Höhe von wenigstens 8,50 Euro je Stunde wollen wir sicherstellen, dass man von seiner Arbeit auch leben kann.

Wie oben erwähnt: Von dem Geld kann man nicht vernünftig leben! Also auch an euch: Wollt ihr uns verarschen? Für wie doof haltet ihr uns?

Aber gut, es gibt ja noch die Linken, die sind da sicherlich deutlich besser? Sind sie. Die Linken fordern einen Mindestlohn* von 10 Euro sofort, bis 2017 wollen sie das auf 12 Euro erhöhen. Das ist das Beste, was man im Moment von irgendeiner Partei erwarten kann. Aber wenn ich ehrlich bin, geht mir das nicht weit genug. Wir brauchen heute einen höheren Mindestlohn* und 2017 einen noch höheren Mindestlohn*, da in den nächsten Jahren auch die Lebenshaltungskosten* erneut steigen werden.

Was bleibt? Ich stelle mich hier bewusst gegen meine eigene Partei. Mit mir wird es keinen Mindestlohn* von 9 Euro geben und ich werde auch keine Partei mit ihrem Mindestlohnversprechen in diesem Wahlkampf* ernst nehmen! Über alles unter 12 Euro will ich gar nicht erst diskutieren müssen, das ist ein faules Ei auf Kosten derer, die sich ein Leben lang den Hintern aufreissen um sich und ihre Familie zu versorgen.

*: BINGO!

Flattr this

Advertisements