OB-Wahlkampf in Ulm

In Ulm findet nächsten Monat die Oberbürgermeisterwahl statt. Das erste Mal seit 24 Jahren wird Ulm damit ein neues Stadtoberhaupt bekommen, weil Ivo Gönner nicht mehr antritt. Natürlich macht das die Wahl deutlich interessanter, konnte man ja die letzten Male eigentlich davon ausgehen, dass der Amtsinhaber wiedergewählt wird.

Aktuell gibt es acht Bewerbungen für das Amt: Gunter Czisch (unterstützt von der CDU), Martin Rivoir (unterstützt von der SPD), Birgit Schäfer-Oelmayer (unterstützt von den Grünen und den Linken), Anja Hirschel (unterstützt von den Piraten), Ivo Dommer und mich (unterstützt von Die PARTEI), eine parteilose Kandidatin namens Sevda Caliskan von der niemand viel weiß und ein(e) Kandidat(in) deren (dessen) Namen bisher nicht bekannt ist.

Bei sämtlichen Veranstaltungen kann man vier dieser Kandidaten derzeit treffen. Die einzige Einladung die z.B. Ivo und ich bisher bekommen haben war von Radio FreeFM, die fairerweise erwähnt werden sollten. Außerdem wird es eine Art Wahl-O-Mat von UlmAPI geben, der ebenfalls alle Kandidaten abdeckt. Ansonsten ignoriert gerade die Presse, aber auch sämtliche Veranstalter, die Tatsache, dass es eigentlich acht Kandidaten gibt, nicht nur vier. Aber das soll hier gerade nicht das Thema sein, eigentlich geht es mir um was anderes: Die Wahlkampfbudgets (PDF).

Gunter Czisch führt seinen Wahlkampf mit dem Budget von 120.000 Euro (Spenden und Eigenkapital, Aufteilung unbekannt). Martin Rivoir führt seinen Wahlkampf mit einem Budget von 70.000 Euro (ein Drittel privat, zwei Drittel Spenden). Birgit Schäfer-Oelmayer führt ihren Wahlkampf mit einem Budget von 24.000 Euro (10.000 Euro Spende von den Grünen, 14.000 Euro Spenden und Eigenkapital). Anja Hirschel führt ihren Wahlkampf mit einem Budget von 950 Euro (Geld der Piraten). Ivo und ich führen einen Wahlkampf mit einem Budget von…naja, null. Insgesamt sind das 214.950 Euro fürn Arsch. Von diesem Geld bleibt nur ein Haufen Papiermüll, Umweltbelastung und sonst nichts.

Die einzige Person (abgesehen von Ivo und mir) in der obigen Auflistung die einen finanziell akzeptablen Wahlkampf führt, ist Anja. Dieses Geld dass die anderen Kandidaten so ins Leere blasen wäre so viel besser angelegt wenn man es spenden würde und genau das werfe ich den Kandidaten auch vor: Wenn es euch ernst wäre hättet ihr die Kohle gespendet, euch meinetwegen in der Presse dafür feiern lassen, aber eben gespendet.

Die Bürger hätten solche Taten sicherlich ernster genommen als einen aufgeblasenen Budget-Wahlkampf von dem am Ende keiner was hat. Oder glaubt wirklich irgendjemand dass das Wahlergebnis durch eine Materialschlacht im Wahlkampf nennenswert beeinflusst wird?

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